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Herbstagundnachtgleiche: Den ureigenen Rhythmus finden

Der leise Abschied vom Sommer

 

Am 22. September 2017 um 22 Uhr MEZ ist sie nun da: Die Herbsttagundnachtgleiche. Der Startpunkt in die dunklere Hälfte.

Das Verabschieden des Sommers soll möglichst lange und gemächlich sein – so dass wir uns daran „gewöhnen“ können. Im Frühling können wir es ja kaum erwarten, bis es endlich wärmer, heller und sonniger wird. Aber in Erwartung der dunklen Zeit rücken die „Schattenthemen“ wieder mehr in den Vordergrund und fordern uns auf, über Rückzug, Stille und Erneuerung nachzudenken. Und dies weckt in uns eher Ängste und Wehmut  als Lebenslust- und Freude. Manch beginnende Herbst/Winterdepression schwingt da mit! Und dann die hereinbrechende Kälte…

Die Expansion in der Natur hat schon lange den Höhepunkt überschritten. Die Ernte findet bald ihren Abschluss – zumindest in der freien Natur und unter freiem Himmel! Mais, Kartoffeln, Wein, Hagebutten, Sanddorn, Nüsse, Mispeln, Schlehen, Kürbisse bilden den Ernteabschluss.

Feierten wir im Frühling die zielgerichtete und expandierende Marsenergie, sind wir nun unter dem Waage-Sternzeichen bei Venus zu Gast! Die Waage steht als Symbol für Gerechtigkeit und der Interdependenz aller Dinge, welches uns ein  Bild von Ursache und Wirkung („Was ich säe, ernte ich“) liefert. Venus ist die Planetenherrscherin. Es geht um das Streben nach Harmonie, Schönheit und Ausgleich, Genuss und Ästhetik. Die Waage kann sich gut in das Gegenüber einfühlen, hat Verständnis und ist tolerant.

Waage liegt dem ersten Zeichen – dem Widder mit seiner Marsenergie – genau gegenüber. Wir wissen, dass der Widder für Selbstverwirklichung und Ichbezogenheit steht. Das Sternzeichen Waage dagegen wird lebendig im Gegenüber und in liebevollen Begegnungen mit anderen Menschen.

 

Was sind die besonderen Themen der Herbsttagundnachtgleichen?

 

  • Erntedank zu feiern und die Dankbarkeit zum Ausdruck bringen
  • (Persönliche) Bilanz ziehen
  • Die innere Balance und den ureigenen Rhythmus finden
  • Sich den Rückzug in die Erde zur Urmutter und somit auch zur Erneuerung bewusst machen
  • Den langsamen Rückgang der Sonnenstunden und der Wärme annehmen
  • vom Ringen der Kräfte des Sommers und des Winters den Ausgleich finden

 

trauben

„In der Frucht steckt die Kraft des Anfangs, des Wachstums, der Duft und die Schönheit der Blüte, die Süße der Reife und die Macht des Neuanfangs.“

Martina Kaiser

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Auf der einen Seite erleben wir eine sehr farbenfrohe und farbenintensive Zeit mit all den Früchten der Natur. Auf der anderen Seite  (im Sinne der Polarität) ist das Dunkle und Kalte ebenso schon spür- und sichtbar. Die Naturvölker haben nach der Ernte Opfergaben für die Götter auf dem Feld stehen lassen. Im Anschluss fanden Märkte mit Bier- und Weinfesten statt, wo die eingebrachte Ernte verkauft oder getauscht wurde. Heute ist bei diesen immer noch wohl bekannten Feiern und Volksveranstaltungen – wie so oft – fast nur noch der Genuss mit entsprechendem Alkohol und Fleischverzehr im Vordergrund. Dies ist jedoch auch eine (weniger tierfreundliche) Form des ursprünglich mystischen Opferfestes.

Die Göttinnen der Zeit sind die Göttinnen des Ackerbaus und der Ernte als auch die Gesetzeshüterinnen. Es ist der Archetyp der schwarzen Göttin (nach der weißen im Frühling, der roten im Sommer nun die schwarze Göttin), die die dunklen Seiten integriert und dadurch selbstbestimmt lebt. So zum Beispiel Demeter mit ihrer Tochter Persephone. Sie vereinen die zwei Aspekte der fruchtbaren und unfruchtbaren Zeit und die Gesetzmäßigkeit der Naturzyklen. Somit wechselt zwei Mal im Jahr die Macht von der Hand der einen Göttin in die der anderen.

Die indische „Annapurna“ und die südamerikanische „Mamapacha“ repräsentieren ebenfalls die Muttergöttinnen, die für Nahrung und das Wohl der Menschen sorgen.

„Maat“ ist die ägyptische Göttin der Fairness und Gerechtigkeit.

Was zeigen uns die Göttinnen? Sie machen uns den Wechsel der Perspektive bewusst. Sie zeigen auch das „Mutter-Tochter-Thema“ sowie die „dunkle Schwester“  – also die zwei Seiten in uns. Es geht um das  Einlassen der machtvollen und dunklen Gefühle der Trennung. Dies führt zur Wandlung und Hoffnung sowie Freude auf die Wiederkehr – und nicht nur die des Frühlings

 

Was unterstützt mich in dieser Zeit? Welche Fragestellungen sind dabei hilfreich?

 

Die Unterscheidung von Brauchbarem und Unbrauchbarem – auch die eigenen Eigenschaften betreffend!
Habe ich mich in diesem Jahr ernst genommen und genug geliebt, um nach meinen eigenen Regeln und Träumen zu leben?
Was hat mir in diesem Jahr bislang gut getan?
Was hat mich wirklich zutiefst genährt?
Wo stehe ich JETZT im Leben?
Was ist meine persönliche Lebens/Jahresbilanz?
Welche Anteile spüre ich in mir?

 

In Verbindung mit der Natur und den natürlichen Zyklen fällt es viel leichter, diesen Weg zu gehen. Einmal bewusst die Füße auf Mutter Erde setzen und sie sanft und liebend zu berühren. Dabei Achtsamkeit und Wertschätzung entgegenbringen und das Herz fühlend und spürend öffnen.

 

Unterstützende Pflanzen (in jeglicher Form – auch als Homöopathie oder Bachblüten) sind:

garten feuerbach holunder

Holunder
Schafgarbe
Walnuss
Hagebutte
Rosskastanie
Ringelblume
Wein

 

„Wie viele Kerne in einem Apfel sind, lässt sich leicht zählen, aber nicht, wie viele Äpfel in einem Kern.“

(Ken Kesey)

 

(c) Birgit Matz

 

 

 

© Text und Fotos Birgit Matz

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