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DASGESUNDMAGAZIN VON BIRGIT MATZ

3 Fragen an Dr. Frank Wassmuth zum neuen Buch „Die spinnen, die Neuronen“ Regeneration zuerst!

REGENERATION KOMMT ZUERST! Zur Neuerscheinung von „Die spinnen, die Neuronen“ hat mir Dr. Frank Wassmuth 3 Fragen beantwortet, die nicht nur neugierig auf sein Buch machen sollen, sondern darüber hinaus „Aufklärung“ zur Selbstermächtigung bieten …

Frage 1

DASGESUNDMAGAZIN:
Ich begrüße den Ansatz, dass Sie Ihre Klienten zu „Experten der eigenen Erkrankung“ machen wollen! Liegt es nur an der fehlenden Zeit (und Vergütung) eines Kassenarztes, dass sich dieses Prinzip nicht durchsetzen kann? Ihre Behandlung ist mit Ihrem Ansatz zeit- und ressourcenintensiv, jedoch die Grundlage schlechthin! Was wäre hier der gesunde Schlüssel?

DR. FRANK WASSMUTH:
Ausgezeichnete Frage, habe ich so noch nie gestellt bekommen. Zum einen ist das in der Ausbildung und im System nicht vorgesehen. Man schaut sich die Werte eines Patienten an, gibt ihm ein Rezept für Medikamente und sollte ihn eigentlich noch über Nebenwirkungen aufklären, wofür aber meist keine Zeit mehr ist. Im Krankenhaus verschreibt man oft Medikamente, ganz ohne den Patienten zu sehen, nur nach der Akte. Das führt dazu, dass Patienten bei Aufnahme im Krankenhaus oft sagen können, welche Tabletten sie nehmen, aber nicht wofür die sind. Oder z. B. Blutdrucktabletten absetzen weil sie nicht wissen, dass der nur durch die Tabletten so gut sind. Menschen nehmen auch nicht gerne etwas, nur weil es ihnen gesagt wird. Es gibt Studien, nach denen sehr viele der in Deutschland verschriebenen Medikamente im Müll landen. Als ich mit Medizin angefangen habe, musste sich kein Arzt um Geld Sorgen machen. Daher konnten wir uns voll und ganz auf Patienten konzentrieren. Wenn Sonntags oder Nachts jemand krank war, half man trotzdem, weil die Gesamtkalkulation stimmte. Heute muss man eher eine Krämerseele haben, um erfolgreich zu sein. Und in zweiter Hinsicht Bürokrat, um all die Anforderungen der Kassen auszufüllen. Da bleibt für den Patienten wenig Zeit übrig. Die meisten Ärzte verkaufen ihre Praxen an Unternehmen, aber die wollen die auch schon nicht mehr haben. Junge Ärzte wollen sich lieber anstellen lassen und nur noch das Nötigste arbeiten. Wer gute Medizin haben möchte, muss heutzutage zusätzlich zu den enormen Kassenbeiträgen alle Behandlungen selbst zahlen. Und das wird in den nächsten Jahren noch viel schlimmer. Aber dafür mietet man sich für 100 Euro einen Arzt für eine halbe Stunde, der sich in dieser Zeit nur mit einem selbst beschäftigt. Das kann sich lohnen.

Frage 2

DASGESUNDMAGAZIN:
Warum wissen wir heutzutage immer noch so wenig über unsere Körperfunktionen Bescheid? Vor allem die Zusammenhänge sind doch Grundlage für jeden Menschen (und Arzt!). In Ihrem Buch erklären Sie das einfach und grundlegend zugleich. Was ist heute Ihr wichtigstes Basiswissen, was Sie unbedingt mitgeben möchten?

DR. FRANK WASSMUTH:
Im Studium müssen wir alle diese Funktionen lernen. Ich musste im dritten Semester lernen, wie der Citratzyklus funktioniert, damit eine Zelle Energie produzieren kann. Ich könnte dieses Wissen ohne weiteres anwenden, um dem Körper alle Nährstoffe zu liefern, damit die Zelle gut funktioniert. Der Alltag als Arzt sieht aber anders aus. Man vergisst diese Teile des Studiums und lernt, ein Symptom mit einem Medikament zu behandeln. Leitlinien geben diese Art der Behandlung genau vor, da hat man auch wenig Spielraum. Prophylaxe spielt hier kaum eine Rolle.

Wenn ich nur einen Tipp zur Gesundheit geben könnte wäre das: Regeneration zuerst! Wie beim Geld: Erst Geld verdienen, dann ausgeben. Erst Kraft tanken, dann verbrauchen. Fast jeder macht es andersherum.

Die zweite Regel wäre: Weniger Zucker und Weißmehl. Die dritte: Bewegung baut Energie im Kopf auf, Denken verbraucht sie. Es gibt so viele einfache Wahrheiten, die oft unbekannt sind.

Frage 3

DASGESUNDMAGAZIN
Das 3-Kräfte-Modell (Körper, Emotion und Geist) halte ich für essentiell. Wie kann das Modell alltagstauglich angewendet werden?

DR. FRANK WASSMUTH:
Das 3 Kräfte Modell ist eines der ersten, die ich entwickelt habe. Einfach angewendet heißt es, welche der drei Kräfte ist noch voll, welche sind leer? Ein Fussballspieler verbraucht seine körperliche Kraft. Ausgleich und Regeneration findet er durch Gespräche, Musik und meinetwegen auch Fernsehen. Ist die geistige Kraft zu Ende, weil wir eher im Büro arbeiten, wären alle diese Dinge völlig kontraproduktiv. Wir müssten hier abends Fussballspielen. Das wiederum wäre für den Fussballspieler fatal. Auch Urlaube sollten nach diesem einfachen Prinzip geplant werden. Es gibt so viele einfache Dinge, die leicht zu lernen sind und psychische Erkrankungen verhindern können. Wenn ich heute hier dazu beitragen konnte, würde es mich freuen.

 

Herzlichen Dank an Dr. Wassmuth für die Beantwortung meiner Fragen!

(c) Interviewfragen Birgit Matz im Juni 2026

 

Zum Buch:

Dr. med. Frank Wassmuth
Die spinnen, die Neuronen
Warum wir tun, was wir tun Ganzheitliche Psychotherapie – Körper, Verhalten und Persönlichkeit im Einklang
Scorpio 2026

 

Direkt zu Dr. Wassmuths Praxisseite gelangen: dr-wassmuth.de

 

Lesetipp: Die spinnen, die Neuronen

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