Abends überkommt mich manchmal ein komisches Gefühl. Ein kosmisches Ahnen.
Dann gehe ich sofort raus. Schaue in den fast dunklen Himmel. Sehe in den Mond und spüre die Unzählbarkeit der Sterne.
Ich ahne die Weite des Universums und mache mir Gedanken über meine Größe und meine Wichtigkeit.
Und es kommt mir so vor, als gäbe es mich dort gar nicht, und gleichzeitig ist in mir die Fülle meines Lebens laut. Hörbar laut. Nein, kein Flüstern.
Das Leben als Komplexität, als Ganzes und als harmonisch Stimmiges – und gleichzeitig ein Fragment, wie eine schillernde Nichtigkeit.
Ich frage mich, wie es sein kann, dass ich immer wieder zweifle, dass ich immer wieder denke, keinen Wert zu haben und nichts zu wissen und dazu noch alles falsch zu machen. Und ganz schlimm: Keinen Platz (mehr) zu finden in der dieser lauten Welt.
Doch dann wieder spüre ich meinen Raum im Großen und Ganzen ganz genau. Der Raum meiner Seele. Ich kann mit ihr mein Leben spüren – und das ist der Sinn.
Meiner Seele juckt es nicht, was ich denke. Sie will mich einfach nur spüren.
(c) Birgit Matz im August 2026
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