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DASGESUNDMAGAZIN VON BIRGIT MATZ

Die wilden Frauen sind los. Und diesmal bleiben sie! Bist du wirklich frei?

Beltane! Walpurgisnacht! Maibaumzeit! Tanz in den Mai! Juhuu! Die wilden Frauen sind los! Oder doch nicht? Oder nur für diese kurze Zeit – und dann wieder „alles auf Anfang“? Oder fühlst du dich 24/7 wild und frei und ganz und gar ungezwungen?

Traditionen und Rituale geben in enger Verbundenheit zur Natur und zum Sonnenstand Halt und Orientierung. Die beginnende sichtbare Fruchtbarkeit der Natur, die Fülle an Duft und Farbe und das Anschubsen der Keimlinge und Knospen ist nicht zu übersehen. Auch der berühmte Tanz in den Mai oder Beltane lädt auch heute wieder ein, sich der Ekstase der Jahreszeit hinzugeben. Wenn es dann bunt und fröhlich, laut und wild, ekstatisch und freizügig wird, ist alles andere schnell vergessen. Bis zum nächsten Tag …

Dabei denkt doch bestimmt jeder – vielleicht hinter vorgehaltener Hand – „Da kommen die Hexen, die wilden Weiber; schon ein wenig furchteinflößend“.

Aber Hallo: Es geht nicht nur um die wilden Frauen, es geht auch um die wilden Männer. Ritual hin oder her: Es ist in der Natur und im Leben eine Auseinandersetzung mit der Weiblichkeit und der Männlichkeit. Gut: Weiblichkeit ist ein heiß „umkämpftes“ Wort, finde ich. Für manche anstrengend, für andere pure Sehnsucht. Die Bedeutung hat mehr Gewicht als das Wort selbst. Um die Bedeutung wird gerungen, gestritten, diskutiert und manchmal auch verurteilt, wenn es falsch geschrieben wird.

Weiblichkeit erzeugt Begriffe wie Gebärende, Muttersein, Schwesternkreis, Frau, Gebende, Helfende, Heilende, Hausfrau, Wilde, Schöne, Verführerin, Freya, Fürsorgende, Emotionaliät, Weichheit, Rundlichkeit – oder schlicht Weib. Ja, so ist es mit den Weibern: Irgendwie passen sie in keine Schublade und sind trotzdem wie fest verschlossen in solchen darin.

Männlichkeit bekommt seine Bedeutung in den Begriffen wie Stärke, Kraft, Krieger, Mächtiger, Anführer, Verdiener, Stammesführer, Kämpfer, Verletzlichkeit, Rauheit, Muskeln oder schlicht Mannsbild. Auch wenn es wieder typisch ist, ist es in den Köpfen doch so. Oder nicht?

Es ist wie es ist. Jede und jeder kann sich hier sehen oder nicht. Die Welt braucht beide Energien. Gleichwertig. Immer.

Was wäre, wenn die Energie von BELTANE bleibt?

Also wenn alle „Zaunreiterinnen“ (anderes Wort für Hexe) mit aller Klarheit und Entschlossenheit wild und frei werden und bleiben, und wenn sie sich einzig durch diese reine Ver-Körper-ung dauerhaft zeigen? Wenn sich weibliche Stärke und Kraft dazugesellen? Wenn ihr echtes Feuer weiterbrennt?

Würde so die Weiblichkeit einen anderen Wert bekommen? (Das ist durchaus doppeldeutig gemeint.)

Ich will es spüren! Ich will es sehen! Ich will es leben!

 

(c) Birgit Matz am 30. April 2026

Die Nacht der wilden Frau

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